Kamenzer Lessingtage erst ab Mai

Das Literaturfest ist wegen Corona verlegt und bietet viel Spannendes.

Lessingtage im Frühsommer - das hat es in Kamenz noch nie gegeben.
Lessingtage im Frühsommer - das hat es in Kamenz noch nie gegeben. © René Plaul/Archiv

Die Kamenzer Lessingstage, die eigentlich jetzt gerade laufen würden, sollen dieses Jahr vom 11. Mai bis 4. Juli stattfinden. Das gabe es seit der Erstauflage 1962 nie. Deutschlands ältestes Literaturfestival steht 2021 unter dem Motto „Vereinnahmung, Verfolgung, Verführung. Literatur und Kunst im Dritten Reich“. Diese Widersprüchlichkeit zeigt sich in der Aufführungspraxis einzelner Stücke Lessings. „Nathan der Weise“ und das Stück „Die Juden“ sind 1933 bis 1945 von den Bühnen verbannt. Das Lustspiel „Minna von Barnhelm“ dagegen avanciert zum meistgespielten Stück dieser Zeit, auch „Emilia Galotti“ ist beliebt.
Knapp 20 Veranstaltungen sind geplant - zum Programm zählen neben der Verleihung des Lessing-Preises des Freistaates Sachsen eine Konzertlesung mit Ausschnitten aus Lessings „Juden“, ein Violine-Gitarren-Konzert mit Kolja Lessing und Johannes Monno sowie Vorträge und Gespräche zum Umgang mit NS-Raubkunst mit Ingeborg Bergreen-Merkel und der Schauspielerin Marianne Hoppe. Parallel wird zudem im Malzhaus eine Ausstellung zur Lessing-Rezeption im Dritten Reich eröffnet.