Überflieger Oktoberfest

Bayerns erfolgreichster Party-Export versetzt längst auch die Sachsen in alljährliche, zünftige Feierlaune. In der Region kann man das Oktoberfest zurzeit höchst vielfältig auskosten.

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Längst gut in Sachsen gelandet: Das Oktoberfest, inklusive Oktoberfest-Bier. © pixabay

Kein anderes Volksfest in Deutschland zieht so viele Touristen aus aller Welt nach Deutschland wie das Oktoberfest in München. Rund sechs Millionen Besucher strömen jedes Jahr zur Wiesn-Zeit in die bayerische Landeshauptstadt München, um im „Hofbräu-Zelt“, in „Käfer’s Wiesn-Schänke“ und im „Schottenhamel“ Platz zu nehmen. Obwohl das 187. Oktoberfest wegen COVID-19 gerade nicht wie gewohnt stattfindet, so laden doch diverse Lokalitäten zu kleineren Events, die im Geiste des Volksfestes stattfinden.

Anfang des 19. Jahrhunderts sah es bei weitem noch nicht so aus, als ob sich das Oktoberfest über die Grenzen Münchens hinaus einen Namen machen würde. Am 17. Oktober 1810 feierte Prinz Ludwig von Bayern Hochzeit mit der Prinzessin Therese Sachsen-Hildburghausen in Gesellschaft aller Einwohner der Stadt. Zu Ehren der Prinzessin wurde der Veranstaltungsort auf den Namen Theresienwiese getauft, krönender Abschluss der Zeremonie war ein Pferderennen. Damals war es verboten, Alkohol auszuschenken. Der Tag lief friedlich ab, alle feierten und hatten gemeinsam Spaß – warum das Ganze also nicht im darauffolgenden Jahr wiederholen? Kleine Buden und Festzelte wurden aufgebaut, besonders die jungen Gäste freuten sich über Karussells und Co. Jahr für Jahr kamen mehr Gäste, die Veranstaltung entwickelte sich nach und nach zum Volksfest. Dass das Oktoberfest mal den Ruf eines Bierfestes annimmt, daran hat damals noch niemand gedacht. Schließlich war es verboten, auf dem Festgelände Alkohol auszuschenken.

Heute ist es gar unvorstellbar, dass auf der Wiesn kein Alkohol ausgeschenkt wird. Schließlich wird die offizielle Eröffnung des Festes mit dem traditionellen Fass-Anstich und den Worten „O‘ zapft is!“ zelebriert – und das bereits seit 1950. Der Fass-Anstich gehört zu den wichtigsten Traditionen des Oktoberfests. Auch in diesem Jahr wurde trotz Corona nicht darauf verzichtet.Aber warum schon im September? Nachdem sich das Oktoberfest aufgrund der immens großen Begeisterung fest etabliert hatte, wollte man kein Risiko mit dem Wetter eingehen. Da es im Oktober nämlich schon um einiges kühler ist und es des Öfteren einen Schauer gibt, beschloss man kurzerhand, das Oktoberfest um ein paar Wochen vorzuziehen. Auch die ursprüngliche Dauer von einer Woche verlängerte man auf zwei Wochen.

Das Oktoberfest verbindet Generationen.
Das Oktoberfest verbindet Generationen. © pixabay

Das richtige Getränk

Für alle, die noch nicht vom legendären Oktoberfest-Bier gekostet haben, hier die flüssigen Fakten:

Oktoberfest Bier ist ein untergäriges, malziges Lagerbier mit etwa sechs Prozent Alkohol. Nur die sechs Münchner Brauereien, die auch auf dem Oktoberfest ausschenken, dürfen es so nennen. Es sind die traditionellen Münchner Brauereien Augustiner, Hacker Pschorr, Löwenbräu, Spatenbräu, Hofbräu und Paulaner.
Oktoberfest Bier ähnelt einem Märzen, ist aber weitaus süffiger – eher wie ein starkes Helles. Der Ursprung liegt aber beim Märzen. Vor der Erfindung der Kältemaschine im 19. Jahrhundert gab es in Bayern ein Sommerbrauverbot. Im März wurden daher Mengen etwas stärkerer, kupferfarbener Lager eingebraut, die in kühlen Kellern für den Sommer gelagert wurden. Am Ende des Sommers feierten die Leute schon immer (Herbst)feste und da mussten zuerst die ältesten Biere getrunken werden - die Märzen. Das Oktoberfest Bier kam dann aber etwas später. Es basiert auf einem Märzen, ist aber weniger hopfenbetont und durch das Münchener Malz (Karamellnoten) etwas leichter und viel süffiger. Der Geschmack ist malzig-süßlich, man kann ihn gar ein bisschen mit "flüssigem Brot" vergleichen.

Mit ganzen 6,3 Prozent Alkohol haut das Bier im Hofbräuzelt am meisten rein. Den „niedrigsten“ Alkoholgehalt hat das Hacker Pschorr mit 5,8 Prozent. Die anderen Oktoberfest-Brauereien liegen dazwischen: Spaten hat 5,9 Prozent, Paulaner und Augustiner je 6,0 Prozent und Löwenbräu 6,1 Prozent Alkohol. 
Aber: Viele sind Starkbier nicht gewöhnt, denn die Wirkung setzt erst später ein – also lieber langsam trinken. Es heißt nicht der oder das Maß, sondern DIE Maß!
Und Maß mit kurzen a und scharfen S. Die Mehrzahl ist übrigens zwei Maß. Dieser Glaskrug umfasst einen Liter, man hält ihn richtigerweise am Henkel. 
Wie schwer so eine Maß ist, merkt man oft am nächsten Tag – manch einer entdeckt tatsächlich einen blauen Fleck an der Hand.

Eine Wiesnbedienung zu sein ist daher auch ein wahrer Knochenjob. Zwischen 7 und 12 Maß pro Gang trägt sie von morgens bis nachts, 16 Tage am Stück. Doch es soll sich lohnen: Um die 10.000 Euro Gewinn in zwei Wochen munkelt man. Und was kostet eine Maß Oktoberfestbier? Über 11 €! Zwischen 10,80 € und 11,80 € soll der Wiesnliter 2019 auf dem Oktoberfest gekostet haben. Vor 50 Jahren lag der Literpreis noch unter einem Euro. Wer sich aber auf den Biertisch stellt, um seine Maß zu exen, hat nicht lange etwas vom Ruhm - denn in den meisten Zelten wird er anschließend rausgeschmissen. Zwischendurch gab es sogar den Trend, das Bier aus seinem Schuh zu trinken... ob das wirklich 11 Euro wert ist?

Der gebürtiger Bayer Gerd Kastenmeier ist bestens vorbereitet.
Der gebürtiger Bayer Gerd Kastenmeier ist bestens vorbereitet. © Mutschke

„Hau den Lukas“ und Traunsteiner Festbier

Am 23. und 24. Oktober gibt es im Kurländer Palais ein exklusives Oktoberfest „all inklusive“. Dann kommt Leben in „Kastenmeiers Eventlocation“ – das frühere Restaurant „Kastenmeiers“ - im Kurländer Palais. Gerd Kastenmeier – ein gebürtiger Bayer – zieht sich die Lederhosen an und lädt zu einem Oktoberfest mit Schmankerln und Getränken ohne Limit ein. Dazu gehört unbedingt ein bayerisches Festbier, angeliefert vom Hofbräuhaus Traunstein. Die Brauerei hat eine über 400-jährige Tradition und füllt das Festbier in Holzfässern ab. Das Besondere: Die Gäste können sich ihr Bier am Tisch zapfen, dafür werden urige 10-Liter-Fässchen geordert. Dazu gibt es typisch bayrische Brotzeit-Klassiker wie Hendl und Brezn, Haxn, Rettich und Obatzda. Bei „Hau den Lukas“ und Büchsenwerfen kommt Jahrmarktstimmung auf, ebenso am Lebkuchen-Stand,
wo man die Herzen auch selbst verzieren kann. Winnie Appel und seine Band liefern die Live-Musik mit allerlei Partykrachern und sind der Garant für eine großartige Stimmung. Auch wenn Winnie eigentlich aus Dortmund stammt, tritt der Musiker in Lederhosen auf. Für die beiden Oktoberfest-Tage gibt es jeweils 200 Karten, die im Vorfeld bestellt werden müssen, um die Anforderungen des Hygienekonzeptes zu erfüllen. Der Ticketpreis beträgt 149 Euro pro Person inklusive aller Getränke von Bier bis Wein oder Kaffee. Nur Champagner und Schnäpse sind ausgenommen. Beginn ist 19 Uhr.

Mehr Informationen zum Ticketkauf unter as@kastenmeiers.de oder Telefon 0351 / 48 48 48 01.
 
www.kastenmeiers.de

Das Oktoberfest in der Region

u.a. im Lulatschland, noch bis 25.10. im „Gare de la Lune“ in Dresden-Wachwitz
www.lulatschland.de

Wiesn Gaudi am 9. & 10.10. im Dresdner Parkhotel
www.parkhotel-dresden.de

Oktoberfest „all inclusive“ am 23. & 24.10. im Kurländer Palais Dresden
www.kastenmeiers.de