Im Rampenlicht

Die Augusto-Kolumne - diesmal ein Plädoyer für ein bisschen mehr Romantik untereinander.

Von Tom Vörös
Kolumnen-Autor Tom Vörös in Aktion.
Kolumnen-Autor Tom Vörös in Aktion. © DDV-Media

Liebe Romantiker,

auch wenn Sie es vielleicht im Alltag nicht immer gleich parat haben, aber tief im Inneren ahnen, ja wissen Sie, was die berühmte „Unendliche Geschichte“ von Michael Ende mit unserer Gegenwart zu tun haben könnte. Der Autor von „Momo“, „Jim Knopf“ & Co. wollte mit seinen Romanen in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren die deutsche Romantik von Novalis & Co. mit der Moderne versöhnen. Man könnte auch sagen: Er wollte die Vernunft mit der Intuition vereinen. Ich darf an dieser Stelle einmal behaupten: Wir alle sind stolze Besitzer beider Welten, die beide menschlich sind. Nur sind sie oft sehr ungleich verteilt. Auch dieser Tage streitet man mitunter heftig um einzig wahre Wege. Schaut man aber genauer hin, dann befindet sich jeder auf seinem eigenen Weg, irgendwo zwischen Vernunft und Intuition, zwischen Fantasie und Realität.
Wenn ich mir – im Sinne von Michael Ende – etwas Klitzekleines für das neue Jahr wünschen dürfte, dann dies: Dass die eine Leserschaft unserer „Unendlichen Geschichte“ im Kopf nicht gleich die Ausreise beantragt und für immer in ihr selbst erschaffenes Land Phantásien auswandert. Und dass sich die anderen mal einen Kurzurlaub in eigenen und fremden Fantasien gönnen, so irrational sie auch erscheinen mögen. Irgendwo dazwischen liegt eine klitzekleine Chance auf ein romantisches Zusammentreffen, ja vielleicht sogar eine Beziehung, in der man, und sei es nur für einen Moment, Verständnis für die unendlichen Geschichten anderer entwickelt.

Gesundes Neues miteinander!