Kultur und Freizeit: Wer im Kreis Bautzen jetzt öffnet

Theater, Kinos, Museen und viele mehr können ab Freitag wieder Besucher empfangen. Wo es gleich losgeht und wo die Türen noch geschlossen bleiben.

Von David Berndt
Der Bautzener Filmpalast zeigt ab Freitag wieder Kinofilme, etwa den neuen Spiderman. Mitarbeiterin Celine Biller hat im Foyer schon die Bögen zur Kontakterfassung für die Besucher vorbereitet.
Der Bautzener Filmpalast zeigt ab Freitag wieder Kinofilme, etwa den neuen Spiderman. Mitarbeiterin Celine Biller hat im Foyer schon die Bögen zur Kontakterfassung für die Besucher vorbereitet. © Uwe Soeder

Bautzen. Mit dem neuen Spiderman-Film im Bautzener Kino geht’s zurück ins kulturelle Leben. Dank der neuen sächsischen Corona-Notfallverordnung können neben Kino auch Theater, Museen und weitere Kultur- und Freizeiteinrichtungen ab diesem Freitag wieder öffnen.

Allerdings müssen Betreiber und Besucher verschiedene Regeln beachten. So ist bei den meisten Angeboten eine Kontakterfassung nötig. Für Kinos und Theater gelten zudem die 2G+-Regel sowie Besucherbeschränkungen. Vor allem das Plus bringt mehr Kontrollaufwand mit sich.

Kino und Theater starten an diesem Wochenende

Im Filmpalast Bautzen liegen die Bögen zur Kontakterfassung am Eingang bereit. Am Freitag startet das Kino wieder, wie Alexander Malt bestätigt. „Wir sehen es positiv und freuen uns, wieder zu öffnen“, erklärt der Regionalleiter der sächsischen Filmpalast-Häuser. Das Personal sei wieder aus der Kurzarbeit geholt worden. Typische Kinosnacks wie Popcorn und Nachos seien bei den Zulieferern bestellt worden.

Der neue Spiderman „No way home“ sei der aktuelle Filmhöhepunkt. „Drei Millionen Besucher in Deutschland haben den Film schon gesehen. Wir gehen davon aus, dass auch hier das Interesse groß sein wird“, blickt Alexander Malt voraus. Dazu gebe es einige Kinderfilme, darunter die Vorpremiere von „Sing 2“ am Sonntag.

Das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen startet an diesem Wochenende mit drei Komödien. „Der dressierte Mann“, „Dieter und der Wolf“ sowie „Und ewig rauschen die Gelder“ stehen auf dem Programm. Am kommenden Mittwoch folgt die Premiere des Stücks „Der Reichsbürger“. Weil die Szene laut sächsischem Verfassungsschutz auch in der hiesigen Region aktiv ist, „stellt sich das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen diesem brisanten Thema“, heißt es in der Ankündigung.

Das Sorbische National-Ensemble zeigt in der kommenden Woche nun doch sein Vogelhochzeitsprogramm. Erst im Dezember hatte es wegen des Teil-Lockdowns alle Veranstaltungen abgesagt. Nun wird das Programm „Die falsche Braut“ mit Ballett, Chor und Orchester am Freitag, Sonnabend und Sonntag in der Mehrzweckhalle „Jednota“ in Crostwitz gespielt. Auch dafür gilt die 2G+-Regel.

Westlausitz-Museum und Gedenkstätte öffnen später

Nicht ganz so streng sind die neuen Corona-Regeln für Museen, Galerien, Gedenkstätten und Musikschulen. Dort gilt 2G. Geimpfte und Genesene haben also ohne Test oder weitre Voraussetzungen Zutritt.

Obwohl eine Öffnung also ab Freitag möglich ist, nutzen noch nicht alle Einrichtungen diese Möglichkeit. So bereitet das Museum der Westlausitz in Kamenz den Start für den 18. Januar vor. Die Stadt Kamenz etwa will in der kommenden Woche intern abstimmen, wann und wie das Stadttheater und das Lessingmuseum wieder öffnen. Man müsse sich erst mit den konkreten Bestimmungen auseinandersetzen.

Zwar wurden die Eckpunkte der neuen Verordnung am Mittwoch bei einer Pressekonferenz verkündet, aber das Papier im Wortlaut erst am Donnerstagnachmittag veröffentlicht. Auch die Gedenkstätte Bautzen wird an diesem Freitag noch nicht öffnen, aber in absehbarer Zeit. Und Bischofswerdas Stadtsprecher Sascha Hache sagt: „Wir bereiten schon alles vor, um am Sonntag die Carl-Lohse-Galerie wieder zu öffnen.“

In der Kreismusikschule ist man ebenfalls optimistisch, wie Charlotte Garnys, die erste Betriebsleiterin, gegenüber Sächsische.de erklärt. „Wir öffnen auf jeden Fall und das mit großer Freude.“ Ab Montag könne an den Standorten wieder musiziert werden. Man müsse aber noch die Verordnung studieren, um Klarheit darüber zu haben, welche Altersgruppe welche Nachweise erbringen muss.

Körse-Therme in Kirschau bleibt geschlossen

Etwas einfacher ist es für das Kindercafé Valentin in Bautzen, denn das hatte gar nicht geschlossen, weil es als gastronomische Einrichtung eingeordnet wurde, wie Inhaber André Ebert sagt. „Die Spielfläche war für Kinder unter 16 Jahren freigegeben. Es galt 2G.“ Ab diesem Freitag kommt aber auch hier das Plus dazu. Besucher sollten am besten online über die Internetseite des Kindercafés Plätze buchen. Man habe die Anzahl der Tische reduziert.

Mit 2G+-Regel und Kontaktnachverfolgung ist auch die Öffnung für Bäder und Saunen wieder möglich. Die Türen der Körse-Therme in Kirschau bleiben aber erstmal zu. Das hat mit Kosten und der Omikron-Variante des Coronavirus zu tun, sagt Projektleiter Frank Nägele, der mit der Planung für Umbau und Wiederinbetriebnahme des Hallenbades beauftragt ist.

„Die Öffnungen sind ja von Inzidenzzahlen und der Bettenbelegung in den Kliniken abhängig. Aufgrund der ansteckenden Omikron-Variante ist es nur eine Frage der Zeit, wann wir wieder schließen müssen.“ Das wirtschaftliche Risiko sei zu hoch. Schließlich dauere es ein bis zwei Wochen, das Bad betriebsbereit zu machen, etwa durch das Aufheizen der Räume und des Wassers.

Das bedeutet 2G+: Geimpfte und Genesene erhalten nur Zutritt, wenn sie einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen. Ausnahmen gelten für:

  • Personen mit Booster-Impfung,
  • Personen mit vollständiger Impfung plus Genesenen-Nachweis
  • Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr
  • Schüler bis zum vollendeten 16. Lebensjahr
  • Personen, die innerhalb der vergangenen drei Monate genesen sind oder doppelt geimpft wurden
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.